Vierte Juragent GmbH & Co. Prozesskostenfonds KG
Prospektfehler und zu optimistische Prognosen
Anleger können Schadenersatzansprüche geltend machen
Mit dem Finanzieren von Prozessrisiken hohe Renditen bei kurzen Laufzeiten erzielen, lautet das Konzept der Juragent Prozesskostenfonds. Doch die Zweifel, ob es für die Fondanleger tatsächlich „Prozente von Justitia“ gibt, wie der Werbeslogan des Fonds verspricht, erhalten immer neue Nahrung. Nachdem Finanztest Ende 2006 den jüngsten Prozesskostenfonds auf seine „schwarze Liste“ gesetzt hatte, berichtet das Magazin nun über ausbleibende Einnahmen und sich verlängernde Fonds-Laufzeiten. Obwohl sich Juragent nach eigenen Angaben vor Finanzierungsanfragen nicht retten könne, seien aussichtsreiche Prozesse offenbar rar, so Finanztest. Bereits im Jahr 2001 wurde über den Verdacht berichtet, dass Juragent Aktionäre und potenzielle Kunden mit falschen Angaben über das Volumen der verbindlich in die Finanzierung genommenen Prozesse getäuscht haben soll. > Link zum Artikel
Doch die Probleme für den Börsenaspiranten Juragent, der derzeit seinen fünften Fonds plant, könnten noch größer werden. Unzufriedene Anleger könnten alsbald erfolgreich Schadenersatzansprüche gegen die Juragent und ihre Verantwortlichen geltend machen, denn das Finanzamt beabsichtigt, beim Vierten Prozesskostenfonds die steuerliche Anerkennung der Verluste im Investitionsjahr zu verweigern. In einem Rundschreiben an die Gesellschafter wies die Treuhänderin des Fonds im November 2006 darauf hin, dass nach Ansicht der Berliner Finanzverwaltung die erheblichen Anfangsverluste auf die gesamte geplante Laufzeit des Fonds gleichmäßig zu verteilen seien. Im Prospekt wird auf diesen Umstand nicht in ausreichender Form hingewiesen. Die Rechtsaufassung des Finanzamtes war den Fondsverantwortlichen spätestens im Herbst des vergangenen Jahres bekannt, so dass sich die Frage, warum noch immer mit unzureichenden Prospektdarstellungen und Berechnungsprogrammen gearbeitet wurde und wird, die dieser Rechtsauffassung nicht Rechnung tragen. Den Anlegern werden so steuerliche Effekte Ihrer Beteiligung suggeriert, deren Eintritt fraglich ist.
Darüber hinaus fallen ganz erhebliche Diskrepanzen zwischen dem Prospekt, den darin enthaltenen Verträgen und der tatsächlichen Praxis der Prozessfinanzierung durch die Juragent AG auf. Während laut Prospekt und dem zwischen Fonds und Juragent AG geschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrag der Fonds mit 30 % am wirtschaftlichen Erfolg finanzierter Prozesse profitieren soll, bietet die Juragent AG auf ihrer Internetseite Prozessfinanzierungen mit einer Gewinnbeteiligung von 20 30 % an. Bei höheren Streitwerten werden sogar noch geringere Margen in Aussicht gestellt. Die Anleger werden, wenn dies tatsächlich so praktiziert wird, über grundlegende wirtschaftliche Eckpunkte der Fondsbeteiligung getäuscht, weshalb Schadenersatzansprüche von Anlegern gegen die Prospektverantwortlichen und Vermittler auch unter diesem Gesichtspunkt gegeben sein dürften.
Dass die Erlöse der Fonds bisher weit hinter den prospektierten Werten zurückbleiben, ist auch darauf zurückzuführen, dass es der Juragent AG, wie sie in ihrer Leistungsbilanz vom Juni 2006 einräumt, nicht gelungen ist, ausreichend Verfahren mit einem für einen bedeutsamen Rückfluss erforderlichen Volumen abzuschließen. Angesichts dieses Eingeständnisses ist es völlig unverständlich, dass die zu optimistischen Prognosen der Vorgängerfonds im aktuellen Fondsprospekt fortgeschrieben werden. Auch diese angesichts der bisherigen Entwicklung völlig unrealistische Darstellung der Ertragserwartungen dürfte geeignet sein, Schadenersatzansprüche der Anleger zu begründen.
Gesellschaftern der Juragent Prozessfinanzierungsfonds raten wir daher, ihre Ansprüche von erfahrenen Anwälten prüfen zu lassen.
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